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Kategorien : Kurzgeschichten
Das wütende kleine Mädchen
Kennt ihr das Gefühl, wenn euch etwas nicht passt und euch etwas stört. Wut, Eifersucht, Neid und Abneigung steigen in einem auf. Vor allem Frauen werden dann zu kleinen wütenden Mädchen, die unbedingt ihren Willen durchsetzen wollen. Sie wollen, dass das, was sie so wütend macht, sofort eliminiert wird. Die gesamte Feuerkraft des Todessterns soll sich auf der Person oder der Sache entladen. Darth Vader höchst persönlich soll kommen und sie auslöschen. Erst dann würde sich das Gefühl des wütenden kleinen Mädchens einstellen. Schon allein die Vorstellung, dass das Problem durch eine fiktive Armee von Klonkriegern, Darth Vader und Jedirittern gemeinsam gelöst werden könnte, befriedigt das Hirn ungemein. Und dann fühlt man sich wieder gut. Das kleine wütende Mädchen schreit nicht mehr: „Ich will das nicht“ „Meins, meins, meins“ „Nö, nö, nö“. Es schläft und zwar ziemlich friedlich. Und man selbst wird wieder normal und merkt, dass man über dem Problem steht. Aber das hält meistens nicht so lange an wie man will^^ if you know, what i mean^^
dragonflygarden am 12. März 13
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Eine erschreckende Erkenntnis
In den letzten Monaten habe ich eine merkwürdige Beziehung zu Kleidern entwickelt. Wahrscheinlich muss ich meine eher jungenhafte Kindheit nachholen. Ich kaufe sie nämlich maßlos. Manchmal sogar zwei in einer Woche. Letzten Monat habe ich mir ganze sechs Kleider gekauft, nur weil sie bezahlbar waren und hübsch aussahen. Folgende Gedanken spielen sich dann immer in meinem wirren Kopf ab: „Oh das is schön. Gibt’s das in meiner Größe? Oh ja gibt’s! Will ich das wirklich haben? Is echt schön. Aber brauch ich das wirklich? Es is wirklich schön… Aber da geb ich schon wieder Geld aus… Aber es is so hammer schön… Wann zieh ich das an? … Scheiß drauf, ich kauf’s!“
Ja und so gebe ich in letzter Zeit leidenschaftlich mein Geld aus. Aber zur letzten Frage: „Wann zieh ich das an?“ Das kann ich euch sagen oder besser gesagt, konnte ich bis vor zwei Stunden. In diesem Jahr (2013) wollen zwei meiner guten Freundinnen heiraten und dann habe ich wenigstens zwei Anlässe für meine Kleidersucht. Aber aus die Maus, jetzt kommt des Pudels Kern. Sagt die eine mir doch heute, dass sie sich getrennt hat. Und das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Vor einem Jahr sprach sie noch von der großen Liebe und nun alles vorbei. Ich muss sagen, jetzt bin ich der festen Überzeugung, dass es sowas wie die große Liebe nicht gibt. In dem letzten Jahr sind so viele Beziehungen zu Ende gegangen. Meine eigene, die von guten Freunden, die von bitterbösen Feinden und trotzdem glaubte ich bis jetzt an die große Liebe. Dieser Glaube macht das Ende aber nur noch schlimmer. Man bildet sich große Schmerzen für eine große Liebe ein. Die Schmerzen sind aber immer dieselben. Oder andere denken es wäre schlimm für dich, aber eigentlich ist es gut so wie es ist. Ich seh es jetzt klar vor meinen Augen. Es gibt zwar verschiedene Arten von Liebe, aber nicht eine, die alles andere übertrifft. Das ist nämlich Quatsch. Und noch größerer Quatsch ist das Festhalten an dem Suchen oder Finden der großen Liebe. Entweder man liebt oder man liebt nicht. Es gibt nicht die einzig wahre große Liebe! Aber es gibt Liebe!
Und wieder stimmt es: Es irrt der Mensch, solang er strebt.
dragonflygarden am 09. Januar 13
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Ernst Thälmann und ich*
Kaum ein Mensch mag die kalte Jahreszeit, auch ich bin dem Herbst und dem Winter eher negativ gesonnen. Nun kam es aber eines späten Novemberabends dazu, dass ich mit Ernst Thälmann von der Uni nach Haus lief. Seine Begleitung war etwas aufdringlich, da er sich die ganze Zeit an meinen Oberkörper kuschelte. Aber was sollte er auch anderes machen? Seine Beine hatte er quasi zu Hause gelassen und ich musste den Mann tragen. Anfangs fiel mir dies noch leicht, aber nach 10 Minuten machte sich sein ungesunder BMI von 35,1 bemerkbar. Ja meine Damen und Herren, 35,1 ist adipös. Obwohl man ihm sein Gewicht gar nicht ansieht, sollte er meiner Meinung nach etwas abnehmen. Als wir endlich an der Straßenbahnhaltestelle angekommen waren, sahen uns die Menschen schon recht merkwürdig an. Als ob sie noch nie eine 22 jährige und einen 45 jährigen gemeinsam durch die Stadt laufen sehen haben. Wir haben ja nicht Händchen oder so gehalten. In der Bahn mussten Ernst und ich uns einen Patz teilen. Es sieht ziemlich merkwürdig aus, wenn ein ausgewachsener Mitvierziger auf dem Schoß einer jungen Frau sitzt. Nach sechs Haltestellen hatte er seinen eigenen Platz und wurde dann von kleinen Mädchenaugen ziemlich schief angeguckt. Wahrscheinlich hatte sie ihn weder bis jetzt gesehen, noch wusste was für eine Persönlichkeit vor ihr saß. Als wir die Bahn verließen, betraten wir gefährliches Pflaster. Ich wohne nämlich nicht in der Innenstadt von Rostock sondern eher am Rand. Neulich erst wurde hier in der Nähe ein Mädchen entführt. Trotz meiner männlichen Begleitung fühlte ich mich hier im Dunkeln nicht wohler. Was wäre wenn uns jemand angreifen würde? Würde ich Ernst loslassen, wäre er tot. Würde ich ihn festhalten wäre ich langsamer, aber er könnte mich, falls der Angreifer versuchen würde mich zu schlagen, beschützen. Nachdem ich alle möglichen Szenarien im Kopf durchgegangen bin bemerkte ich 200 Meter von meinem Haus entfernt, dass meine Blase mehr als voll war. Dies erleichterte mir das Tragen von Ernst nicht wirklich. Im Haus angekommen, sah ich die Treppen hinauf, welche sich vor mir auftürmten wie einst die Alpen. Wie Hannibal erklomm ich die 89 Stufen in gefühlten hundert Jahren mit voller Anstrengung und Ernst grinste weiter entspannt. Kurz Zeitig überlegte ich, ihn nur für die 2 Minuten des Toilettengangs vor der Wohnungstür stehen zu lassen, aber dies war mir dann doch zu heikel. Ich lief schnell in die Wohnung und setzte ihn auf den Esstisch. Dort grinst er immer noch vor sich hin.
Wer sich nun wundert und sich fragt, ob ich verrückt sei, dem kann ich nur empfehlen, das Kleingedruckte zu lesen^^
*Oder wie ich mit seiner Büste durch Rostock lief
dragonflygarden am 07. Januar 13
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